Auswertung der Fragen, die nicht mit JA oder NEIN beantwortet werden konnten

10. Was ist ihre schönste Erinnerung aus Ihrer Jugend?

  • Fahrradfahren, heimlich Rauchen
  • Obst und Nüsse stehlen
  • Baden in der Alme
  • Nur Zufriedenheit
  • Ausflug zum Diemelsee mit Vater und Vetter, schlafen in Scheune in Stroh
  • Operettenbesuch in Düsseldorf bei/mit Tante und Onkel
  • Als wir (heute verheiratet) uns kennen gelernt haben
  • Zusammenhalt in der Familie, liebevolle und gute Eltern, fünf Geschwister, viele Tiere, zickiges Reh, zum Feierabend mit Freunden treffen.
  • Hochzeit 1957
  • Musizieren mit Geschwistern (Jugendbund)
  • Man konnte überall spielen, ohne auf Autos etc. aufpassen zu müssen

11. Ihre schlimmste Erinnerung?

  • Der Krieg und die Flucht (6x)
  • Wenig Freizeit, frühes aufstehen (wenig Ruhe)
  • Gewalt in der Schule und zu Hause als selbstverständliche Erziehungsmethode, auch durch Freunde.
  • 1945: Kriegsende > Zerstörung
  • Vertreibung nach dem Krieg
  • Bombennächte
  • Zwei Brüder (4 und 7 Jahre alt) im Krieg vermisst; Verwandte wurden ausgebombt, suchten Hilfe im Dorf/ auf dem Lande
  • Pferd tritt den Vater beim Anspannen böswillig ins Gesicht
  • Krieg: Hunger, kein Essen, Tod des Bruders und des Vaters

12. Können Sie uns ihre schönsten und schlimmsten Erinnerungen ein wenig erläutern?

  • Pastor hatte Obst und Nüsse. Ein Nussbaum hing über die Grundstücksgrenze zu uns. Hier wurden die Nüsse geklaut und sich mehrfach mit Pastor Bergelar gestritten, unter anderem wenn Obst direkt aus seinem garten gestohlen wurde.
  • das schlimmste war Verschleppung der Mutter, das schönste ihre Wiederkehr
  • Wir kamen fast nie raus aus Wünnenberg, eine Fahrt mit dem Wittekind nach Paderborn war schon etwas Besonderes, nach Düsseldorf eine Weltreise
  • Geprügelt wurde wegen jeder Kleinigkeit. Wer im Diktat mehr als sechs Fehler hatte, musste nach vorn kommen, sich bücken, Fingerspitzen auf die Fußspitzen, dann gab es drei derbe Schläge aufs Hinterteil. Auch beim nicht Besuchen der Kirche vor der Schule war wurde geschlagen.
  • Der erste Brief des Bruders aus Russland; 1949 Heimkehr unter großer Beteiligung der Nachbarn und des ganzen Dorfes; gute Nachbarschaft; gegenseitige Unterstützung, Freundin in der Nachbarschaft
  • Trotz vieler und früher Arbeit und Sorgen auch sehr viel Freude gehabt

13.  Welches Ereignis aus jener Zeit hat sie geprägt?

a)   In Bezug auf ihr Heimatland:

  • Krieg, Flucht (5x), das dritte Reich, Nachkriegszeit
  • das ganze Leben
  • Lehrer und Schule; Kirche und Priester; Dorfgemeinschaft
  • Ostpreußen an sich
  • immer satt zu sein

b)   In Bezug auf Ihre Familie:

  • schönes Zuhause, gutes Essen, mögliche Wünsche wurden erfüllt
  • Beruf auf dem Amt aufgegeben durch den Tod des Bruders um die eigene Gastwirtschaft zu leiten.
  • Zusammenhalt und Vertrauen
  • dass gegessen wurde was auf den Tisch kam, vor und nach dem Essen wurde gebetet.
  • Brüder mussten in den Krieg
  • Familienleben (mit den Kindern) (2x)
  • Verhältnis zu Eltern und Geschwistern; Wohngemeinschaft mit zwei Flüchtlingen
  • guter Zusammenhalt

c)   In  Bezug auf ein anderes Land:

  • Kampf an der Ostfront (gegen Russland), schwere Verwundung
  • Freiheit und gutes Ankommen -Neugierde und Fernweh
  • Keinen Bezug / keine Erfahrung
  • Gutes Verhältnis zu Gefangenen aus Russland und Frankreich als Hilfe auf dem Hof
  • Diebstahl von Vieh durch illegale polnische Grenzübergänger
  • Amerikaner im Haus zur Heiligen Kommunion

14. Die Beziehung zwischen Eltern (und anderen Erwachsenen) und Kindern

a)   Welche Verbote galten für Sie als Jugendlicher?

  • Widerworte den Eltern gegenüber (2x)
  • Nicht  im Wasser herumlaufen
  • Abends zeitig zu hause 3x
  • Sonntags zur Messe
  • Fußballspielverbot bei einem bestimmten Lehrer
  • nicht dazwischenreden
  • Ausgang bis 22.00 Uhr, später 0.00Uhr
  • als Kind bis 19.00 Uhr bzw. 20.00 Uhr
  • Pflege einer kranken Tante, die im Haus lebte
  • ziemlich liberal: kein Alkoholund Rauchverbot. Um das Verbotene zu tun, fehlte das Geld
  • keine Schulmesse schwänzen, die war jeden morgen, bei Dunkelheit zuhause sein
  • Erst Erlaubnis zu Tanzen mit 21 Jahren, da man dann erst volljährig war
  • gern zur Schule gegangen

b)   Welche Regeln mussten Sie im Umgang mit Ihren Eltern oder mit anderen Erwachsenen einhalten?

  • Höflich, gute Manieren, gehorchen (5x)
  • artig sein
  • nur in Maßen widersprechen
  • Bescheidenheit
  • Achtung vor älteren Leuten
  • höflich, hilfsbereit, rücksichtsvoll, Verantwortung für Mensch und Tier
  • die Erwachsenen waren Vorbilder, Respektvolle Behandlung
  • kein Redeverbot, es wurde viel diskutiert und geredet

Tristan Klocke, Jahrgangsstufe 11, männlich